Im Sommer 1981 trafen sich Astrid Balser, Anke Kirch, Iris Kirch, Kerstin Glück, Annette Winter, Ira Breider, Kerstin Metten und Dagmar Acker in Bodenheim in der Straußwirtschaft "Zur Vroni". Zusammengerufen hatte sie Rainer Dietz. Bodenheim sollte ein eigenes Ballett bekommen.
Nach einem ersten Beschnuppern und einem Vortrag von Rainer Dietz darüber, wie bzw. was er sich so vorstellt, wurden die Probenzeiten verabredet. Keines der Mädchen zwischen sechzehn und neunzehn Jahren wusste damals, was auf sie zukommen würde.
Einmal die Woche Training in Rainers "Folterkeller" in Mommenheim, das hieß trainieren bis zum Umfallen, bei Wind und Wetter nach Mommenheim fahren, heftigste Auseinandersetzungen, die meist von Marlene Dietz geschlichtet werden mussten.
Und dann noch das Thema "Kostüme". Da hieß es, die Meinung von acht Tänzerinnen, die des Trainers und nicht zuletzt den "Geldbeutel" des Vereins unter einen Hut zu bringen. Dies alles funktionierte nur durch die tatkräftige Hilfe von Marlene und Christa Dietz.
Aber endlich nach langen Wochen harter Arbeit kam dann der erste große Auftritt in Koblenz - eine Fast-Katastrophe. Alle waren unsicher, und so sah das ganze dann auch aus. Aber da ja bekanntlich noch kein Meister vom Himmel gefallen ist und alle mal klein anfangen, ging es also wieder ins Training, und beim nächsten Auftritt bei der Funzelsitzung in Bodenheim - ein Heimspiel - klappte alles phantastisch.
Es folgten viele Auftritte u.a. in Nackenheim bei den Entenbrüdern, in Laubenheim beim Karnevalverein Ulk, in Mainz beim Mainzer Narrenclub, auf dem Lerchenberg beim LCC und in Ginsheim beim TCC. Einer der Höhepunkte war zweifelsohne der Auftritt bei der SAT1-Sitzung "Helau aus Mainz" 1998. In all den Jahren seit der Gründung des Balletts ist so einiges passiert. Es wurden Polterabende und Hochzeiten gefeiert, neue Erdenbürger begrüßt aber auch Trennungen erlebt.
Viele Mädchen waren bisher ein Teil dieser Truppe. Die einen länger, die anderen kürzer. Viele Länder/Themen wurden auf der Bühne vorgestellt, hier einige Beispiele: Südamerika, Bayern, Wilder Westen, Spanien, Moskau, Brasilien, die wilden 50er, der Dschungel, eine Reise durch die Musical-Welt, Italien, Mainz, wilde Zigeuner, Amerika und nicht zu vergessen der "Motto-Tanz" mit BCV-Maskottchen, Freiheitsstatue und Torten zum 66jährigen Bestehen des Vereins.
Über die Jahre hinweg gab es auch einige Trainerwechsel zu vermelden – von Rainer Dietz über Ira Lorch, Kerstin Horn, Claudia Kaufhold, Birgit Nahali, Gisela Kloes-Lohbeck, Karina Lukas bis zum jetzigen Trainer- bzw. Betreuer-Team Jessica Krämer und Anette Hirsch.
Es gab sogar eine "Wiederbelebung der ersten Stunde" - fast alle Gründungsmitglieder trafen sich um ihrem "alten Trainer" zur Silbernen Hochzeit ein Überraschungsgeschenk in Form eines Auftritts zu machen. (Anmerkung der Redaktion: Es gab die gleichen Diskussionen wie schon vor Jahren, über Choreographie und Kostüme!)
Fast alle Mitglieder des Balletts haben nach wie vor irgendwie den Kontakt untereinander oder zum Verein gehalten.
Unvergessen sind auch so einige gemeinsame Erlebnisse, hier einige Beispiele:
Auch mußte immer wieder einmal das eine oder andere Mitglied des BCV seine Bühnentauglichkeit beim Einsatz mit Ballett unter Beweis stellen.
Als erstes traf es Michael Lechleitner, der als fesche Maid im Dirndl mit Steffi Mai als Partner über die Bühne wirbelte. 1989 mußte dann der Trainer selbst (Rainer Dietz) als Kapitän "seinen Matrosen" den Marsch blasen. Last but not least traf es sogar den Sitzungspräsidenten Reinhard Hesse, der 1992 mit der Betreuerin (Kerstin Horn) bei "Frau Maier hat gelbe Unterhosen an" zum Einsatz kam. Alle haben sich mehr oder minder gut geschlagen, auf alle Fälle hatten sie beim Publikum die Lacher auf ihrer Seite.
Im Laufe der Zeit hat sich das BCV- Ballett zu einer festen Institution entwickelt und ist aus Bodenheim nicht mehr wegzudenken. Man hat sich einen Namen gemacht und versucht jedes Jahr aufs neue, "sein Publikum" zu erfreuen. Aber auch der Anspruch wächst mit jeder neuen Kampagne. Die Tänze sollen noch ausgefeilter werden, die Kostüme noch repräsentativer. Das alles funktioniert nur dann, wenn die ganze Gruppe, d.h. die Leitung (Trainerin und Betreuerin), die Tänzerinnen und nicht zuletzt alle, die am optischen und musikalischen Erscheinungsbild mitwirken, Hand in Hand arbeiten.
Wir stehen mitten in den Vorbereitungen für die neue Kampagne, wieder stehen uns harte Wochen voll mit Terminen (Training, Kostümproben, Stellproben, Musikproben, Generalproben) bevor - es wird wieder viele Nerven kosten, wir werden wieder alle um einige Jahre altern aber wir werden auch wieder eine phantastische Zeit miteinander erleben!
Wer jetzt Lust bekommen hat und sich die ganze Sache einmal anschauen möchte - nur keine Hemmungen - einfach einmal melden. Wir freuen uns darauf.
Ansprechpartner: Annette Hirsch, 0170 5840844